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Erlebnisbericht der Polenfahrt: 10 erlebnisreiche Tage>>>Aktuell findet keine Polen-Fahrt statt. Sobald sich dieser Zustand ändert, werden Sie hier rechtzeitig informiert. Bis es soweit ist, können Sie hier einen Bericht zu einer Vergangenen Reise in unser Nachbarland lesen. (Stand: Februar 2012)<<< In 10 erlebnisreichen Tagen lernten 13 Schüler des Märkischen Gymnasiums Iserlohn die polnische Kultur, das Land sowie die übereifrige Gastfreundlichkeit kennen und lieben. Mit Tränen folgte am Ende der unvergesslichen Tage der unausweichliche Abschied. Schon planen die Schüler mit ihren Lehrern die nächste Fahrt nach Polen und können es kaum erwarten, das liebgewonnene Land und seine Einwohner wieder zu sehen. ZEUS war dabei. Mittwoch, 21. September Nach vielen Passkontrollen, Warteschlangen und Durchsuchungen saßen wir endlich im Flugzeug. Nicht nummerierte Plätze sorgten für ein ausreichendes Chaos. Dann ging es los mit dem Flug: nach anfänglichen Beunruhigungen gab es keine weiteren Probleme. Eineinhalb Stunden später, heil am Boden angekommen, fing das panische Koffer-Suchen an. Hatte jeder seine Sachen in der Hand, ging es nach draußen zum Bus und Frau Wojsa, der Lehrerin des Deutsch-Kurses unserer Partnerschule, die uns mit großem Hallo begrüßte. Im Bus musste dann leider unser Lehrer Herr Clemens Müller heldenhaft im Gang stehen, da der Busfahrer aus Mangel an Platz einige der Koffer auf einen Zweiersitz gestellt hat. Aufgrund der Nichtbeachtung von Geschwindigkeitsbegrenzungen würden wir schneller ankommen als geplant, und so machten wir an einem Schloss halt, wo man sich mit Mühe und Not bis zum Klo durchfragte. Danach fuhren wir weiter und die Spannung stieg. Auf dem Schulhof waren schon unsere Austauschpartner versammelt und betrachteten uns neugierig. Schnell wurden wir einander ?zugewiesen? und machten uns auf den Weg nach Hause. Mit zwei Freundinnen landete ich auf einem kleinen, gemütlichen Bauernhof, der etwas weitab von der Stadt in Baltow liegt. Beim Abendbrot stellten wir uns einander vor und beantworteten die vielen Fragen. Kommunikationsprobleme gab es kaum, ich fungierte für meine Freundinnen als Übersetzerin, da ich ein wenig Polnisch kann. Nach diesem langen Tag legten wir uns früh schlafen. Donnerstag, 22. September Um sechs Uhr fing unser neuer Tag an. Erst nach der erquickenden Dusche und einem leckeren Frühstück wachten unsere letzten Lebensgeister auf. Unser Treffpunkt war die Schule, dorthin kamen wir mit einem Bus. Dieser Bus schien steinalt, und wir wunderten uns, dass er überhaupt noch fuhr. Drinnen war es voll, zusammengepfercht standen wir auf dem 50cm breitem Gang und versuchten eine einigermaßen bequeme Position einzunehmen. An der Schule angekommen, wurden wir in den Unterricht eines Anfängerkurses Französisch der Stufe 11 geschickt. Dort glänzten wir mehr oder weniger mit unseren Leistungen. Nach der Pause trafen wir den Schulleiter, welcher uns herzlich begrüßte und uns stolz Broschüren der Stadt austeilte. Bei Tee und Kuchen unterhielten wir uns noch ein wenig und besuchten danach einen Englischkurs, in welchem wir die uns aufgestellten Aufgaben schnell lösten. Danach bekamen wir eine Vorführung von Stickstoff in einer Chemiestunde zu sehen, die jedoch nur 15 Minuten dauerte. Damit war für uns die Schule zu Ende, das Tagesprogramm aber nicht. Ein langer Fußmarsch durch Ostrowiec zeigte uns den großen Stadtpark und die Innenstadt, wobei letztere ziemlich klein ist. In der Nähe gibt es die kleine, gemütliche Kirche des heiligen Erzengels Michael, die wir natürlich besichtigten. Damit ging unser Tagesprogramm zu Ende. Freitag, 23. September Um 7.30 Uhr trafen wir uns auf einem Parkplatz nahe der Schule, um nach Krakau zu fahren. Doch erst machten wir in Niepolomice, einer kleinen Stadt, halt, da wir noch genug Zeit hatten. Dort besuchten wir eine Kirche und das königliche Jagdschloss. Weiter fuhren wir in das Salzbergwerk Wieliczka, ca. 10km von der Innenstadt Krakaus entfernt. Durch eine 90-minütige Führung wurden wir fortgebildet und sahen unter anderem die größte Unter-Tage-Kapelle ?Kinga?. Der Sage nach war Kinga eine ungarische Prinzessin und sollte in Polen verheiratet werden. Im Salzbergwerk jedoch verlor sie dann ihren Verlobungsring, der sich noch immer dort befinden soll. Unsere Führung endete in einer Halle voller Souvenirs, und danach traten wir wieder ins Freie. Innerhalb einiger Minuten befanden wir uns in der Krakauer City und besichtigten einige der wichtigsten Plätze im Schnelldurchgang. Dabei fiel mir vor allem die schöne Marienkirche ins Auge, die reich verziert an Schmuckstücken, Gold und prächtigen Bildern ist. Danach standen uns eineinhalb Stunden frei zur Verfügung, die wir mit Shoppen verbrachten. Mit einer langen und ermüdenden Rückfahrt endete dieser Tag. Samstag, 24 September Ausschlafen! Der heutige Tag war ein Familientag, geplant war erst mal nichts. Tagsüber unternahmen wir nichts Besonderes, spätnachmittags fuhren wir nach Ostrowiec in eine Kneipe und trafen uns dort mit einigen aus der Gruppe. Abends gingen wir dann in eine Pizzeria essen und wunderten uns auch hier über die niedrigen Preise. Sonntag, 25. September Unseren um 5 Uhr geraubten Schlaf holten wir auf der Busfahrt nach Warschau nach. Zum krönenden Ende hatten wir 3 Stunden Freizeit zum Shoppen in der Innenstadt. Zum Glück hat die Warschauer City an Sonntagen die Geschäfte geöffnet. Montag, 26. September Heute haben wir ein interessantes Künstlerstädtchen besichtigt: Kazimierz Dolny. Es ist eine romantische Touristenstadt, die viel zu bieten hat. Anfangs noch voller Lebenskräfte, änderten wir schnell unsere Meinung dank eines bemerkenswerten Aufstiegs zum Berg der drei Kreuze. Eine wundervolle Aussicht ließ uns dann jedoch alles vergessen und nach einigen entspannten Augenblicken stiegen wir hinunter, und nach einem ebenem Fußmarsch ging es wieder hinauf: ein Turm stand auf dem Programm. Jedoch war auch hier die Aussicht prächtig und klar, Wolken trübten kaum den Himmel. Nach einigen Staus im engen Turmschacht und weiteren Besichtigungen diverser Denkmäler entspannten wir uns auf der Schiffsfahrt auf der breiten, von schönen Ufern geprägten Weichsel. Gut gelaunt stürzten wir uns danach auf den verschlafenen Marktplatz und plünderten die Lokale und Gaststätten. Zum Abschluss wurde uns ein altes Kloster gezeigt, von dem man eine perfekte Aussicht auf den Berg der drei Kreuze hatte. Dienstag, 27. September Heute wurde die nahe Umgebung Ostrowiecs besichtigt, weshalb wir auch ein bisschen ausschlafen konnten. Als erstes fuhren wir nach Krzemionki; ein Ort, an dem einst Feuerstein ausgegraben wurde. Wir durchquerten einige, für Touristen extra angefertigte Stollen. Danach gingen wir zu einer nachgebauten Siedlung der Steinzeitmenschen. An einem Töpferstand wagte ich als mutige ZEUS-Reporterin den ersten Schritt und bastelte mir eine Vase. Weiter ging es zum ?Jurassic Park Baltow?, der erst seit einigen Jahren existiert, da dort vor wenigen Jahren bedeutende Knochenfunde von Dinosauriern entdeckt wurden. Die Parkführerin erklärte uns alles Wichtige über die ausgestorbenen Giganten in einer detaillierten Führung. Anschließend gab es ein gemütliches Lagerfeuer bei meiner Gastfamilie und um fünf Uhr verabschiedeten sich unsere Gäste mit dem Bus. Mittwoch, 28. September Um 9 Uhr begann unser heutiger Tag mit dem Programm. Nach einer kurzen Fahrt hielten wir spontan an einem Staudamm an und gingen ein Stück weiter. Danach machten wir mit unserem eigentlichen Plan weiter und hielten an dem alten Kloster Wachok, an welchem man sehr gut die verschiedenen Stile der Zeit gut erkennen kann. In den kühlen Räumen wurde uns das Leben der Mönche im Mittelalter geschildert, und in einem Museum waren einige Stücke aus dem Mittelalter sowie dem Krieg ausgestellt. In einem naheliegenden Kiosk wurden einige Souvenirs von einem Mönch verkauft, was ein befremdliches Ereignis war. Als nächstes besichtigten wir die Skarzysko-Kamienna-Kirche, ein Sanktuarium der Gottesmutter von Ostra Brama. Bei dem darauffolgenden Punkt scherzte keiner mehr, denn wir fuhren nach Michiniow; ein Dorf, das am 12. und 13. April 1943 von den Deutschen völlig zerstört und verbrannt wurde. An einem großen Gedenkstein zündeten wir einige Kerzen an und weilten einen Moment in Gedanken bei den Verstorbenen. In einer Ausstellung war der Vorfall dokumentiert und viele Tafeln und Bilder zeigten alle Grausamkeiten der Deutschen. Zahlreiche deutsche Briefe und Pässe von Juden erinnerten uns an den Krieg und die damit verbundenen Qualen. Donnerstag, 29. September Auch heute wurden wir an den Krieg erinnert, unser Hauptziel war Majdanek, ein Konzentrationslager nahe bei Lublin. Als nächstes wurden wir zum Rosengarten geführt, was ein Deckname für den Platz der Selektion war. Genannt wurde er so aufgrund des Stacheldrahts, er erinnert so sehr an die Dornen der Rosen. Dann wurden uns die Bad- und Desinfektionsbaracken vorgeführt. Der erste Duschraum jagte uns schon Gänseschauer über den Rücken, obwohl dieser Raum ein wirklicher Duschraum war, um die Juden zu beruhigen, damit diese nicht in Panik und Hysterie verfielen. In einem zweiten, sehr viel kleineren Duschraum fanden die wirklichen Massaker statt. Durch eine Kabine nebenan konnten die Aufseher durch ein kleines, vergittertes Fenster in die Gaskammer schauen, ob die Juden schon tot waren, und regulierten dort auch das Gas. Die nächste Baracke war voll gestopft mit Tausenden Schuhen. Es war wirklich erschreckend zu sehen, wie viele Schuhe der ermordeten Juden das waren, obwohl dies nur ein kleiner Teil war. Der ganze Raum war von den vergitterten Kästen eingenommen. Die Schuhe werden jedes Jahr von einigen Schülern (auch aus Deutschland) gesäubert, damit diese uns noch lange als ein Symbol für den grausamen Krieg erinnern. Im nächsten Feld waren die Schlafplätze der Frauen erhalten, und wir betraten einige Baracken und Ställe. In harten Hochbetten und auf engsten Platz mussten die Juden leben und hart um ihr Überleben kämpfen, auch wenn es nur ein Teller oder eine Ecke war. Freitag, 30. September Abschiedstag, anders kann man ihn gar nicht bezeichnen. Voller Wehmut und Tränen verabschiedeten wir uns von unseren lieb gewonnen Austauschschülern und versprachen uns, auch ja im Kontakt zu bleiben und uns gegenseitig zu besuchen. Als wir endlich fuhren und die letzten Tränen getrocknet waren, erreichten wir nach einer langen Fahrt endlich unser Ziel: Jasna Gora. Für die Polen und Katholiken ein geläufiger und bekannter Begriff, denn dort ist die Schwarze Madonna, ein Gemälde, ausgestellt. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil der Kirche Polens, und viele Katholiken, in der Welt verstreut, beschenken sie mit Votivgaben als Dank für ihre Wunder. Unsere sympathische Führerin zeigte uns prunkvolle Geschenke, einen Rittersaal mit einer Kopie der Schwarzen Madonna sowie die Basilika, bevor wir uns der eigentlichen Kapelle und dem Herzstück der Kirche zuwandten, wo auch das Original der Schwarzen Madonna ausgehängt ist. Nach einigen kurzen Blicken darauf müssen wir auch schon weiter. Dann endete unsere Führung und wir machten uns auf zum Flughafen, um endlich nach Haue zu fliegen. Dort verabschiedeten wir uns von Frau Wojsa und warteten in der Wartehalle nach vielen Kontrollen geschlagene 50 Minuten aufgrund einer Verspätung unserer Maschine. Doch als wir endlich im Flugzeug saßen, verkündeten uns die Stewardessen seelenruhig, dass wir in Dortmund nicht landen können würden, sodass wir vom Paderborner Flughafen mit Bussen nach Dortmund transportiert werden würden. War auch das gemeistert und die eigene Familie gefunden, konnte man endlich nach Hause fahren und sich von den 10 langen, aber gelungenen Tagen erholen. |