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Schulmediothek im Schulzentrum Hemberg

Schulbibliothek und Selbstlernzentrum

Neuanschaffungen

Die Aufgaben der Schulmediothek

»Die Schulbibliothek bietet Dienstleistungen für das Lernen, sie bietet Bücher und Informationsquellen, die alle Mitglieder der Schulgemeinschaft in die Lage versetzen, kritische Denker und effektive Nutzer von Informationen in allen Medienformen zu werden. Die Schulbibliotheken bilden das Bindeglied zum umfassenderen Bibliotheks- und Informationsnetz gemäß den Grundsätzen des UNESCO-Manifests für öffentliche Bibliotheken« (UNESCO).

»Schulbibliotheken sind gemeinsame Medieneinrichtungen für Schüler und Lehrer. Sie sind Bestandteil pädagogischer Schulkon-zepte und unterstützen den unterrichtlichen Lern- und Erziehungsprozess, so bei der Entwicklung der Lese-, Schreib- und Kom-munikationsfähigkeit, der Fähigkeit zum Umgang mit Medien und Informationen. Sie fördern darüber hinaus außerunterrichtliche Aktivitäten der Schüler.
Schulbibliotheken sind nach heutiger Auffassung nur noch als Schulmediotheken zu planen. Sie gewähren allen Schulmitglie-dern den ungehinderten Zugang zu Informationen. Sie verfolgen einen integrativen Ansatz der Medienpädagogik, d.h. die bisher oft getrennten Bereiche der Leseerziehung, der Medienerziehung und der informationstechnischen Bildung werden in ihrem Zusammenhang und Zusammenwirken gesehen. Schulbibliotheken unterstützen die Auswahl und Nutzung von Medien (Druck-, audiovisuelle und digitale Medien) für Zwecke der Information, Bildung, Kommunikation, Präsentation und Unterhaltung und fördern so ein kompetentes und selbstverantwortliches Medienverhalten« (Beratungsdienst Schulbibliotheken).

Im Sinne dieser Beschreibungen des Auftrags von Schulbibliotheken hat sich die Schulbibliothek im Schulzentrum Hemberg im Verlaufe der Jahre zu einer Schulmediothek entwickelt. Im Schuljahr 2002/03 sind neben die traditio-nellen Buchbestände Computer, Internet und CD-ROM getreten. Zehn Multimedia-PCs mit Anschluss ans World-WideWeb und ein Grundbestand an Lernsoftware und digitalen Nachschlagewerken ergänzen die umfangreichen Sachbuchbestände, die über Jahrzehnte hinweg auf- und ausgebaut worden sind.
Damit Schulmediotheken ihre Aufgaben wirksam erfüllen können, muss nach Auffassung des Beratungsdienstes Schulbibliotheken eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein:

  • »ein der Schularbeit entsprechendes pädagogisches Konzept
  • ein eigener, zentral gelegener Raum
  • eine feste pädagogische oder bibliothekarische Leitung und Betreuung
  • ein Medienbestand, der frei zugänglich aufgestellt ist
    • der sich an den Aufgaben der Schule und des Unterrichts orientiert
    • der mehr als die Hälfte Sachliteratur umfasst
    • der durch Zettelkataloge oder Datenbanken erschlossen ist
  • ein Internet-Anschluss, multimediale Lernplätze und Einbindung in das schulische Intranet
  • Arbeitsplätze für eine ganze Klasse, so dass dieser überfachliche Raum auch für Unterrichtszwecke genutzt werden kann
  • tägliche Öffnungszeiten, solange wie möglich
  • ein kontinuierlicher Etat«

Die meisten Voraussetzungen sind im Schulzentrum Hemberg gegeben, wenn auch nicht immer zur vollen Zufrie-denheit; so ist seit Jahren die Höhe des Büchereietats rückläufig; auf eine Aufstockung, um die notwendigen Be-standserweiterungen im Softwarebereich vorzunehmen, ist wohl kaum zu hoffen. Da ist es schon ein besonders glücklicher Umstand, dass der Förderverein des Märkischen Gymnasiums bereit ist, die Arbeit der Mediothek durch Zuschüsse zu unterstützen.
Anzumahnen ist die Entwicklung eines durchdachten pädagogischen Konzepts, durch das die Schulmediothek en-ger, als bisher geschehen, in die Unterrichtsarbeit eingebunden wird.

Was kann die Schulmediothek leisten?

Die Schulmediothek...

  • stellt Lehrern und Schülern geeignete Medien und Informationen zur Verfügung
  • vermittelt Medienkompetenz
  • fördert die Selbsttätigkeit der Schüler
  • ermöglicht Teamarbeit
  • erleichtert die Anwendung neuer Lern- und Arbeitsformen
  • unterstützt den Aufbau von selbstgesteuerten Lernhaltungen
  • bietet allen schulischen Leseförderungsbemühungen ein ideales Umfeld (nach Beratungsdienst Schulbibliotheken)

Um diese Möglichkeiten realisieren zu können, bietet unsere Schulmediothek einen umfangreichen Bestand an Bü-chern; insbesondere im Sachbuchbereich ist stetig auf Aktualisierung und Erweiterung des Angebots geachtet wor-den, wobei allerdings durchaus Ungleichgewichte zwischen einzelnen Fachbereichen festzustellen sind. Mit der Zeit sollte es hier zu einer größeren Ausgewogenheit kommen. Belletristische Literatur wird gar nicht und Jugendliteratur nur in geringem Maße neu angeschafft; die finanziellen Beschränkungen ließen eine Konzentration der Mittel auf Bestände, die unmittelbar für den Unterricht nutzbar sein sollten, sinnvoll erscheinen. Der Bereich der Jugendlitera-tur könnte von der Realschule gepflegt werden.
Der Softwarebereich des Selbstlernzentrums befindet sich erst im Aufbau. Die angeschafften und noch anzuschaffenden Titel sollen vor allem den Schülern ermöglichen, sich in Sachthemen selbst einzuarbeiten oder die Beherrschung von Unterrichtsstoff zu üben. Neben dem großen Bibliotheksraum, der die Buchbestände und das Selbstlernzentrum umfasst, gibt es einen weiteren Raum, der als Studien- und Unterrichtsraum genutzt werden kann und in dem ältere Schüler in Freistunden ungestört arbeiten können oder aber bibliotheksbezogener Unterricht stattfinden kann. In diesem Raum sind auch die älteren Bestände des Realgymnasiums aufgestellt, die z. T. noch auf die alte Lateinschule zurückgehen (s. u.).

Besonderheiten unserer Schulbibliothek

Seit einigen Jahren finden Veranstaltungen der MGI-Werkstatt regelmäßig in der Schulbibliothek statt. Unter der Leitung von Thomas Brenck hat sich ein »Forum für Literatur, Politik und Zeitgeschichte« etabliert, das ein vielfälti-ges Angebot für Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, aber auch für Nichtangehörige der Schule bereit hält.
Einige Beispiele aus den letzten drei Jahren:

  • »Typisch deutsch?« - Gespräch mit Menschen aus anderen Ländern, die in Deutschland leben.
  • Haut & Haar - Schadet, was Spaß macht? Ein Gespräch mit dem Hautarzt Dr. Christian Lax über Piercing, Tattoo, Haarstyling und anderes (aus Anlass der Projektwoche der Stufe 11)
  • Leben und Lernen im Ausland - Gespräch über Schule, Soziales Jahr, Au pair und Studium
  • Martin Bormann: »Leben gegen Schatten« - Buchvorstellung mit Diskussion
  • Norbert Scheuer - Lesung des Stipendiaten der Märkischen Kulturkonferenz

Wie oben bereits erwähnt bewahrt die Schulmediothek des Schulzentrums auch Buchbestände, die das Märkische Gymnasium in seiner langen Geschichte erworben hat, die aber nicht unbedingt für eine an den Schülerbedürfnissen orientierte Bibliothek geeignet sind. Da es sich dabei aber um z. T. beachtliche Titel handelt, die sogar ein Aufnahme in das »Handbuch der historischen Buchbestände in Deutschland« (Bd. 3; Hildesheim 1992) gefunden haben, bleiben sie selbstverständlich auch weiterhin Teil der Bücherei.
Insgesamt handelt sich um ca. 1800 Bücher, von denen hier nur einige herausgehoben seien:

  • eine lateinische Ausgabe der »Lebensbeschreibungen berühmter Griechen und Römer« des griechischen Philo-sophen und Historikers Plutarch: »Vitarum Plutarchi epitome" aus dem Jahr 1597 (!)
  • Erläuternder Auszug aus den critischen Schriften des Herrn Prof. Kant... 1794
  • Johann Friedrich Herbart: Ueber philosophisches Studium. 1807
  • Volksthümliches Wörterbuch der Deutschen Sprache . . . von Theodor Heinsius. 1818
  • Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie für die gebildeten Stände, in 12 Bänden. 1827
  • Das große lateinische Wörterbuch des Aegidius Forcellini: Totius latinitatis lexicon . . . 1831
  • Real-Enzyklopädie der classischen Altertumwissenschaft. 1846

»Eine bibliophile Kostbarkeit [...] stellt das »Deutsche Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm« dar, dessen erster Band 1854 erschien und bald in unserer Schule angeschafft wurde (das Titelblatt trägt den Stempel »Real-Schule Iserlohn«). Dieses umfangreiche Wörterbuch, das den gesamten Sprachschatz des deutschen Volkes aufarbeiten wollte, konnte von den Brüdern Grimm nur bis zum Buchstaben F (Artikel »Frucht«) geführt werden. Es wurde zu einem Jahrhundertwerk [...] Unsere Schule kann stolz sein, das vollständige, 33 stattliche Bände umfassende Werk, das erst 1961 abgeschlossen wurde, zu besitzen« (Berkemeier/Bleicher/Muthmann 1984, S. 82). Nach dem Zweiten Weltkrieg war unserer früherer Schulleiter, Dr. Gustav Muthmann, unter den Mitarbeitern.
Wegen dieser über die Zwecke einer Schulbücherei hinaus reichenden Bestände steht die Schulmediothek auch nicht schulangehörigen Nutzern - nach Anmeldung - offen.

Quellen