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Schulleiter am MGI: Herr Müller-FrerichSeit 2002 ist Herr Müller-Frerich Schulleiter am MGI. ![]() Selbstportrait (von Herrn Müller-Frerich) Geboren und aufgewachsen bin ich in Dortmund, aber nur scheinbar in einer Großstadt. Dortmund hat viele Vororte, der Vorort, in dem ich groß wurde, hatte eher ländlichen Charakter. Er erinnert mich in vielem an die Vororte Iserlohns. Nach vier Jahren Volksschule, so hieß das damals, besuchte ich das Helmholtz-Gymnasium in Dortmund. So wie man sich am MGI in der Klasse 9 für die 3. Fremdsprache oder andere Kurse im Bereich der Differenzierung entscheiden muss, musste man sich damals für den mathematisch-naturwissenschaftlichen oder den sprachlichen Zweig entscheiden. Für mich war völlig klar, dass der sprachliche Zweig der besser geeignete wäre. Die Schulzeit war damals sicherlich in vielem anders, unter anderem darin, dass wir ein reines Jungengymnasium waren und für den Umgang mit Mädchen uns mit dem benachbarten Mädchengymnasium in Verbindung setzen mussten. Der Umgangston war rau, aber herzlich. Herr Grützner, der seine Referendarzeit an dieser Schule absolvierte, kann dies sicher bestätigen. Die Gefühle, mit denen man zur Schule ging, waren ähnlich denen heute. Das meiste machte Spaß, mit vielen Lehrern verstand man sich gut, mit einigen nicht. Auch wenn manche heute anderes behaupten - auch damals spielte der Spaßfaktor eine wichtige Rolle. Gelernt wurde trotzdem, so wie heute eben auch. Ich studierte in Bochum und Lausanne (französischsprachige Schweiz). Nach dem Studium begann ich meine Referendarzeit in Lünen-Altlünen. Für diejenigen, die Lehrer werden wollen, ist das der entscheidende Punkt. Bis auf ein Praktikum, das eigentlich nicht zählt, kommt man erstmals mit lebendigen Schülerinnen und Schülern in Kontakt. Jetzt erst sieht man, eigentlich viel zu spät, ob man den richtigen Beruf gewählt hat. Mir machte das Unterrichten viel Spaß. Ich hatte immer das Gefühl, es richtig gemacht zu haben. Nach der Referendarzeit begann ich dann meine Arbeit am Gymnasium Letmathe. Selbstverständlich stand dort der Unterricht im Mittelpunkt, aber „so nebenbei“ nimmt man die ein oder andere Tätigkeit wahr. Seit 1987 war ich dort in der Oberstufe als Stufenleiter tätig, in den letzten Jahren als Oberstufenkoordinator. Neben meinen beiden Fächern entdeckte ich eine alte Liebe wieder, die mich bereits als Schüler und Student intensiv beschäftigt hatte: das Theaterspielen. Nur dass ich diesmal nicht selbst spielte, sondern Schülerinnen und Schülern auf der Bühne helfen konnte und Regie führte. Da ich mich immer schon sehr für Musik interessierte und sehr eng mit einer Musikkollegin zusammenarbeitete, kamen wir auf die Idee, Musiktheater auf die Bühne zu bringen. Dies wurde sehr schnell eine Spezialität, die mich in Letmathe buchstäblich bis zum letzten Schultag „verfolgte“. Zweimal habe ich „Nie wieder!“ gesagt, und dann doch wieder einen Literaturkurs übernommen. Irgendwie ließ es mich nicht los. Zum MGI bin ich aber nicht gewechselt, um keine Literaturkurse mehr machen zu müssen. Ich war sehr gerne in Letmathe Lehrer, aber die Aufgabe des Schulleiters reizte mich nach 22 Jahren am Gymnasium Letmathe. Wichtig war dabei für mich, dass es eine Schule in Iserlohn war, weil mir diese Stadt in den über 20 Jahren hier doch sehr ans Herz gewachsen ist. Sie ist überschaubar, aber nicht zu klein, Schülerinnen, Schüler und Eltern, Politiker und Verwaltung sind am Wohl der Schulen sehr interessiert.
Amtsantrittsrede von Herrn Müller-Frerich "Sehr geehrte Frau Noll! Sehr geehrter Herr Bürgermeister! Liebe Schülerinnen und Schüler!Sehr geehrte Damen und Herren! Ich danke zunächst einmal für die freundlichen Worte und die guten Wünsche sowie für Ihr zahlreiches Erscheinen. Ich habe dies nicht irgendwelchen Verdiensten meinerseits zu verdanken, sondern ausschließlich der Funktion, die ich jetzt inne habe, und der Reputation des Märkischen Gymnasiums. Dies zeigt mir erneut die Verantwortung, die ich übernehme. Ich möchte mich bedanken für die freundliche Aufnahme, die ich hier am Märkischen Gymnasium gefunden habe, von Seiten der Stadt, der Eltern, der Schülerinnen und Schüler und der Kolleginnen und Kollegen. Alle waren und sind sehr bemüht mir zu helfen, das wiederum hilft mir sehr. Den Kolleginnen und Kollegen, allen voran Herrn Schürmann, sei für die Organisation dieser Amtseinführung gedankt. Bevor ich aber damit beginne, das habe ich inzwischen gelernt, sind am Märkischen Gymnasium immer erst die "Mitteilungen des Schulleiters" auf der Tagesordnung. Selbstverständlich auch heute! Ich habe das Mitteilungsbuch mitgebracht, es wirkt etwas älter, nun ja, in Zeiten knapper Kassen! Nun etwas für Sie, liebe Eltern, und für euch, liebe Schülerinnen und Schüler, aber auch zur Mahnung für uns, liebe Kolleginnen und Kollegen: Im Anschlusse an die erwähnte Ministerialverordnung hat das Königliche Provinzial-Schulkollegium durch Verfügung vom 5. Januar des Jahres angeordnet, dass die Arbeitszeit,welche Schüler von mittlerer Begabung für ihre häuslichen Schularbeiten aufwenden müssen, in den oberen Klassen vier, in den mittleren Klassen drei, in den unteren Klassen zwei Stunden nicht übersteigen darf. So weit die Mitteilungen des Schulleiters! Denn: Eine grenzenlose Freiheit für Kinder überfordert sie. Es ist Zeichen der Reife, des Erwachsenseins, bestimmte Freiheiten, die zu Lasten anderer gehen, nicht für sich zu reklamieren, sondern in einem Prozess der Freiwilligkeit darauf zu verzichten (Gaschke, S. 17). Ich erreiche nicht das Ziel, aus Kindern und Jugendlichen verantwortungsbewusste Menschen zu machen, indem ich ihnen von vornherein alle Freiheiten lasse. "Es ist der fundamentale Irrtum der antiautoritären Pädagogik, das Erziehungsziel, den freien, verantwortungsvollen Menschen, mit dem Weg zu diesem Ziel verwechselt zu haben." (Gaschke, S. 17). Die Tradition der Pädagogik und dieser Schule lehren uns, dass wir alle gemeinsam den Mut haben müssen, den unbequemen Weg der Erziehung zu gehen in Verantwortung vor den uns anvertrauten Kindern. Wohin, wozu erziehen wir? Auch hier hilft uns die Tradition. Im Umgang mit Menschen sollten sich eigentlich die Regeln, mindestens seit es das Christentum gibt, nicht wesentlich geändert haben. Auch wenn der Gottesglaube vielen Menschen abhanden gekommen ist, die Notwendigkeit der Nächstenliebe, in nicht-christlichen Kategorien gesprochen der menschlichen Solidarität, ist deswegen nicht geringer geworden, weil ohne sie ein menschliches Zusammenleben vielleicht möglich, aber für die meisten unerträglich ist. Die Schule muss ihren Teil dazu beitragen, aus der christlichen Tradition heraus, die das Märkische Gymnasium über Jahrhunderte geprägt hat, diese Werte zu vermitteln und zu schützen. Dazu müssen Freiheiten gewährt werden, aber Kindern und Jugendlichen auch Grenzen gesetzt werden. Dazu müssen Werte ins Bewusstsein gebracht werden, z. B. durch Vermittlung unserer Kultur, durch die Kenntnis unserer Geschichte, aber auch durch ganz andere Dinge, wie zum Beispiel die Vorbildfunktion von Erwachsenen. Nächstenliebe heißt für mich, einen Menschen so wie er ist, als Ganzes zu respektieren und ihm zu helfen, die Einzelheiten mögen sein, wie sie wollen. Wenn man es schafft, anderen Menschen, vor allem aber Kindern und Jugendlichen, dieses Gefühl zu geben, dass man sie nie als Person insgesamt in Frage stellt, sondern nur immer bestimmte Verhaltensweisen und Schwächen, dann kann Erziehung gelingen. In den zehn Geboten heißt es auch: "Du sollst dir kein Bildnis machen". Auch dies ist mir sehr wichtig: Die Offenheit den Kindern gegenüber zu bewahren, sich von ihnen überraschen zu lassen. "Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken, und verleihe mir, Wenn man zum Märkischen Gymnasium kommt, wird man - ob als Lehrer oder als Schulleiter - bescheiden. Was bedeutet eine einzelne Person schon in der Tradition einer Schule, die seit so langer Zeit besteht. Ein kurzes Aufflackern im Laufe der Zeiten, ein Name, der vergeht, vielleicht später einmal in den Annalen dieser Schule stehen wird oder dessen Bild für eine begrenzte Zeit im Zimmer der kommenden Schulleiter hängt. Dennoch: Für diese Kinder, die in dieser Zeit, in der wir an dieser Schule sind, hier lernen und leben, sind wir alle, die wir hier sitzen, wichtig. Sie haben nur diese eine Chance, die notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten, Werte vermittelt zu bekommen. Der Iserlohner Kreisanzeiger berichtet dazu in seiner Ausgabe vom 3.Okt. 2002: Tradition und der Geist für Innovationen am MGI Willkommensgrüße für „kompetenten, netten, jungen Mann“ Viele herzliche Willkommensgrüße hörte Gerhard Müller-Frerich gestern Vormittag. In den Ansprachen schwang die Anerkennung mit, die sich der neue MGI-Chef seit Schuljahresbeginn bereits am Hemberg erworben hat. Den fröhlichsten Gruß formulierte der jüngste Redner, Schülersprecher Thore Schölermann, der sich auf die gute Zusammenarbeit mit einem „kompetenten, netten, jungen Mann“ freute. Der so Angesprochene bekam auch gleich einen kleinen Einblick in das Leben an der in Teilen renovierungs- bedürftigen Schule mit den großen Fluren, kleinen Türen und undichten Flachdächern. Zum Beispiel von Gudrun Burwitz, die als Sprecherin für „die nicht mehr allerjüngsten Kollegen“ auf das trotz äußerer Unzulänglichkeiten dennoch angenehme und freundliche Arbeitsklima verwies. Bürgermeister Klaus Müller erinnerte daran, dass das Märkische Gymnasium zwar auf eine fast 400-jährige Tradition zurückblickt, jedoch mit dem „Iserlohner Modell“ zur Einführung der Oberstufenreform eine Vorreiterrolle spielte und Innovationsgeist bewies. Mehrfach angesprochen wurde Müller-Frerichs engagierte und erfolgreiche Theaterarbeit am Letmather Gymnasium. Diese Erinnerung war - neben Klavier - und Flötenstücken- auch ein Liedbeitrag gewidmet. Melanie Krause und Martin Knoche ließen das Lied von Macki Messer erklingen - so wie 1986, als Müller-Frerich die „Dreigroschenoper“ in Letmathe inszenierte. Der neue MGI-Chef ging bei seiner Ansprache in die Geschichte der Traditionsschule, in deren Schülerlisten sich sämtliche alteingesessenen Iserlohner Familien wiederfinden. Dass heutige Sorgen nicht so weit weg sind von früheren Nöten, bewies er mit einem Mitteilungsbuch des Schulleiters vom Ende des vorletzten Jahrhunderts. Damals ging es um Budgetierung, Zeit für Hausaufgaben und Gelage von Oberstufenschülern. Der Stadtspiegel berichtet dazu am 4.10.02: Ein nahtloser Übergang Offizielle Amtseinführung von MGI-Chef Gerhard Müller-Frerich Der Übergang geschah nahtlos und – wie aus den Reden zu entnehmen war – auch reibungslos. Zum Schuljahresende schied Oberstudiendirektor Franz-Josef Schlotmann aus seinem Amt als Leiter des Märkischen Gymnasiums aus. Seit Schuljahresbeginn, dem 1. August, sitzt nunmehr Studiendirektor Gerhard Müller-Frerich im umgeräumten Chefzimmer des MGI. |